Armin Grau MdB (Grüne) zu neustem DIW-Bericht: Gesundheitsversorgung vieler Geflüchteter in Deutschland weiterhin nicht ausreichend gewährleistet

Anlässlich der Veröffentlichung des aktuellen DIW-Berichts zur Gesundheitsversorgung von Geflüchteten äußert sich der Grüne Gesundheits- und Sozialpolitiker sowie Arzt Armin Grau wie folgt:

„Die Ergebnisse des DIW-Berichts sind ernüchternd und zeigen deutlich, dass die Gesundheitsversorgung vieler Geflüchteter in Deutschland weiterhin nicht ausreichend gewährleistet ist. Gerade in den ersten Monaten und Jahren nach der Ankunft besteht oftmals ein besonders hoher medizinischer und psychosozialer Unterstützungsbedarf. Gleichzeitig stoßen viele Betroffene auf erhebliche Hürden beim Zugang zum Gesundheitssystem. Besonders problematisch sind lange Wartezeiten, finanzielle Unsicherheiten sowie mangelnde Orientierung im komplexen Versorgungssystem. Viele Geflüchtete wissen zunächst nicht, an welche Stellen sie sich wenden können oder welche Leistungen ihnen überhaupt zustehen. Hinzu kommen Sprachbarrieren: So berichteten etwa 43 Prozent der Befragten von Schwierigkeiten, Vor- und Nachteile von Behandlungsmöglichkeiten zu verstehen.

Es ist falsch, dass Geflüchtete 36 Monate warten müssen, bis sie in der regulären gesetzlichen Krankenversicherung versichert werden können. Das ist nicht nur inhuman, sondern damit verbundene Behandlungsaufschübe können letztlich auch zu deutlichen Mehrkosten führen. Darüber hinaus brauchen wir, wie auch die Expert*innen im DIW-Bericht betonen, endlich einen konsequenten Ausbau professioneller Sprachmittlung im Gesundheitswesen. Ebenso wichtig sind Gesundheitslots*innen, die Geflüchtete beim Zugang zu medizinischer Versorgung begleiten und ihnen helfen, sich im System zurechtzufinden. Darüber hinaus müssen strukturelle Hürden abgebaut werden. Dazu gehören einfachere Zugangswege zu Terminen und Leistungen ebenso wie eine bessere Koordination. Gerade bei psychischen Erkrankungen oder chronischen Leiden dürfen Menschen nicht monatelang auf Unterstützung warten müssen. Eine gute gesundheitliche Versorgung ist keine Frage des Aufenthaltsstatus, sondern Ausdruck eines solidarischen und menschenwürdigen Gesundheitswesens.“

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