Zur Studie des DIW zur sehr ungleichen Verbreitung von betrieblicher und privater Altersvorsorge äußert sich der Sprecher für Arbeit und Soziales und Rentenexperte der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, Armin Grau, wie folgt:
„Die Studie zeigt, dass das Drei-Säulen-System der Altersvorsorge für viele Menschen nach wie vor nicht wirklich aus drei Säulen besteht. Gerade Menschen mit kleinen Einkommen, die zur Miete wohnen und einen niedrigeren Bildungsabschluss haben, die unterbrochene Erwerbsbiografien haben und in kleinen Betrieben arbeiten, haben seltener eine zusätzliche Vorsorge, obwohl sie sie besonders dringend bräuchten. Bei einem Rentenniveau von nur noch 48 Prozent ist das nicht tragbar, denn die Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung sind inzwischen zu niedrig, um ohne zusätzliche Altersvorsorge zum Leben zu reichen.
Die Bundesregierung muss bei der privaten und der betrieblichen Altersvorsorge unbedingt nachlegen. In der privaten Vorsorge ist eine automatische Einbeziehung aller in das staatliche Standardprodukt mit einer Opt-Out-Möglichkeit erforderlich. In der betrieblichen Altersvorsorge reicht das Betriebsrentenstärkungsgesetz II längst nicht aus. Das Sozialpartnermodell muss noch viel leichter zugänglich werden. Das staatliche Standardprodukt muss neben der privaten auch in der betrieblichen Altersvorsorge als einfache Lösung insbesondere für kleinere Unternehmen zur Verfügung stehen. Es kann aber auch in Sozialpartnermodellen angewendet werden. So muss es jedem Arbeitgeber möglich sein, eine gute Betriebsrente für alle Mitarbeitenden anzubieten. Perspektivisch muss ein Angebot für eine Betriebsrente für alle Arbeitgeber verpflichtend sein.“
Die Studie des DIW finden Sie hier: https://www.diw.de/documents/publikationen/73/diw_01.c.1005357.de/26-16-1.pdf
