Zur Forderung von Katherina Reiche nach einer Anhebung des Renteneintrittsalters äußert sich der Sprecher für Arbeit und Soziales und Rentenexperte der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, Armin Grau:
„Es bringt wenig, den Menschen vorzuschreiben, länger zu arbeiten, ohne sich darum zu kümmern, dass sie dazu auch in der Lage sind. Dafür ist der gezielte Ausbau von Prävention und Rehabilitation der Rentenversicherung dringend erforderlich. Da die Bundesregierung das Thema ignoriert, haben wir Grünen dazu einen umfassenden Antrag vorgelegt, den wir noch im Frühjahr im Bundestag debattieren werden. Darin entwerfen wir ein Gesamtkonzept, das dafür sorgt, dass mehr Menschen länger arbeiten können, und gleichzeitig das freiwillige längere Arbeiten attraktiver macht, unsinnige Frühverrentung abbaut und die Erwerbsminderungsrente zu einem besseren Auffangnetz für diejenigen macht, die aus gesundheitlichen Gründen dennoch nicht länger arbeiten können.
Katherina Reiche könnte sich als Wirtschaftsministerin außerdem darum kümmern, dass die Wirtschaft nicht massenhaft Fachkräfte in den Vorruhestand schickt, nur weil der bisherige Arbeitgeber Stellen abbauen möchte, während andere Arbeitgeber gleichzeitig dringend Fachkräfte suchen. Das wäre ihr Job.“
