Armin Grau MdB: Grüner Vorschlag für Primärversorgungssystem im Bundestag

Zu den beiden heute (18.03) im Bundestag debattierten Grünen Anträgen zur Schaffung eines Primärversorgungssystems und zur Regulierung investorenbetriebener Medizinischer Versorgungszentren (iMVZ) erklärt der zuständige Grüne Gesundheitspolitiker und Arzt Armin Grau MdB:

„Die Bundesregierung bleibt bei der Schaffung eines Primärversorgungssystems weiterhin ein schlüssiges Konzept schuldig. Das ist beunruhigend. Denn die Probleme sind offensichtlich: fehlende Koordination, lange Wartezeiten und unnötige Arztkontakte. Angesichts von tausenden unbesetzten Hausarztsitzen müssen wir schnell handeln.

Wir legen deshalb konkrete Vorschläge vor. Wir wollen ein verlässliches Primärversorgungssystem mit Haus- und Kinderarztpraxen als erste Anlaufstelle, wo sich die Menschen freiwillig einschreiben. Die Praxen sollen die Versorgung koordinieren und Patientinnen und Patienten gezielt durch das System lotsen. Termingarantien bei Überweisungen sorgen für schnellere Versorgung.

Wir setzen auf interprofessionelle Teamarbeit in der Primärversorgung statt auf ein halbherziges Primärarztsystem wie es im schwarz-roten Koalitionsvertrag steht. Nicht bei jedem Praxisbesuch braucht es einen Arztkontakt. Gut qualifizierte Praxisteams und digitale Angebote können viel leisten. Unser Grundsatz lautet: digital vor ambulant vor stationär.

Darüber hinaus brauchen wir klare Regeln für Medizinische Versorgungszentren (MVZ). MVZ sind wichtig, gerade für junge Ärztinnen und Ärzte, die eine Anstellung vorziehen. Aber Fehlentwicklungen bei MVZ nehmen zu. Finanzinvestoren konzentrieren sich oft auf lukrative Leistungen und auf Ballungsräume. Das gefährdet eine bedarfsgerechte Versorgung. Patientinnen und Patienten kennen oft den Besitzer eines MVZ nicht. Wir wollen mehr Transparenz etwa auf dem Praxisschild und im Arztregister, klare Vorgaben für Gründungen und eine starke ärztliche Unabhängigkeit. Zugleich müssen Kommunen leichter eigene MVZ gründen können, gerade im ländlichen Raum.

Unsere Vorschläge liegen auf dem Tisch. Jetzt ist die Bundesregierung gefordert, endlich zu handeln und die Versorgung der Menschen in den Mittelpunkt zu stellen.

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