Zu den Vorschlägen von Kassen-Ärzte Chef Gassen für eine Kontaktgebühr von drei oder vier Euro pro Arztbesuch und vom Chef der Deutschen Krankenhaus Gesellschaft Gass für höhere Zuzahlungen bei Krankenhausaufenthalten äußert sich der Sprecher für Arbeit und Soziales und Gesundheitspolitiker der Grünen Bundestagsfraktion wie folgt:
„Solche Zuzahlungen sind immer unsozial und belasten Menschen mit kleinem Geldbeutel übermäßig, selbst dann, wenn Menschen mit kleinen Einkommen befreit würden. Patientinnen und Patienten zahlen heute schon hohe Zuzahlungen etwa bei Zahnersatz oder Brillen. Immer weitere Eigenbeteiligungen sind ungerecht, bürokratisch und insgesamt der falsche Weg.
Die Regierung muss endlich umfassende Reformen durchführen: die Notfallreform umsetzen, ein Primärversorgungssystem mit Hausärzten als Lotsen einführen, eine Arzneimittelreform entsprechend der Vorschläge des Sachverständigenrats umsetzen und die Krankenhausreform nicht immer weiter verwässern. Damit lassen sich pro Jahr viele Milliarden einsparen anstelle das Geld von den Patienten zu holen. Die Versicherten zahlen heute schon immer höhere Beiträge und bekommen oft nur mittelmäßige Leistungen. Daran sind nicht Ärzte und Pflegekräfte schuld, sondern ein Gesundheitssystem, das dringend nach Reformen schreit. Die Regierung muss 2026 endlich handeln. Diejenigen, die heute Zuzahlungen fordern, sind oft auch die, die wichtige Reformen ausbremsen.“
