Zu den neuerlichen Vorschlägen zur Rente und zum Kündigungsschutz äußert sich der Sprecher für Arbeit und Soziales und Rentenexperte der Grünen Bundestagsfraktion Armin Grau wie folgt:
„Selbst kurz vor Weihnachten kann Frau Reiche es nicht lassen und wiederholt ihre immer gleichen rückwärtsgewandten und falschen Vorschläge. Viele Menschen schaffen es aus gesundheitlichen Gründen schon jetzt nicht bis 66 oder 67 Jahren zu arbeiten. Die richtigen Mittel sind mehr Prävention und Reha und besserer Arbeitsschutz, um den Menschen in guter Gesundheit ein freiwilliges längeres Arbeiten zu ermöglichen. Frau Reiche holt dagegen immer wieder die Keule „länger arbeiten müssen“ aus dem Sack. Statt von den Menschen mehr Arbeit zu fordern, sollte die Regierung selbst ihre Arbeiten erledigen. Viele Menschen, vor allem Frauen mit Kindern, möchten mehr arbeiten, können es aber nicht, weil es an Kinderbetreuung mangelt. Hier muss die Regierung Länder und Kommunen unterstützen und für viel mehr Kita-Plätze und Ganztagsschulen sorgen. Richtig ist es aber, dass die Unternehmen die Frühverrentung vermindern. Ältere Fachkräfte werden dringend gebraucht. Aber auch hier kann die Regierung mehr tun und die Arbeitsvermittlung stärken. Besonders bedenklich ist Reiches Forderung nach einer Lockerung des Kündigungsschutzes. Das amerikanische Modell „hire and fire“ haben die Menschen bei uns nicht verdient. Frau Reiche legt uns Kuckuckseier unter den Weihnachtsbaum, ein friedliches Weihnachten sieht anders aus.
