Zu dem Artikel in der Rhein-Pfalz
Ob im Garten oder auf dem Spielplatz: Die Pfalz ist voller Pestizide
nimmt der Grüne Bundestagsabgeordnete und Arzt Armin Grau wie folgt Stellung:
„Die Ergebnisse der Studie sind ausgesprochen beunruhigend.
Pestizide sind ein wesentlicher Grund für den Rückgang der Artenvielfalt, insbesondere für das sehr ausgeprägte Insektensterben. Viele Pestizide können auch für die menschliche Gesundheit schädlich sein. Seit über 30 Jahren beobachte ich als Neurologe die wachsenden Hinweise dafür, dass eine Reihe von Pestiziden zu der gravierenden Parkinson-Krankheit beitragen. Parkinson ist inzwischen bei Menschen, die beruflich Pestizide anwenden, als Berufskrankheit anerkannt.
In der Studie im Oberrheingraben fielen 40 Prozent der entdeckten Pestizidreste in die Kategorie große Gesundheitsgefahr. Auch Wirkstoffe aus der Gruppe der Ewigkeitschemikalien PFAS waren dabei, die unsere Böden und das Wasser langfristig belasten werden.
Die Ergebnisse sind ein weiterer Beleg dafür, dass wir bei der Anwendung von Pestiziden dringend umsteuern müssen. Der Einsatz chemisch-synthetischer Pestizide muss insgesamt kontinuierlich und deutlich reduziert werden. Auf besonders gefährliche Pestizide sollten wir im Interesse unserer Gesundheit rasch ganz verzichten. Die Ergebnisse sind ein weiterer Beleg dafür, dass wir bei der Anwendung von Pestiziden dringend umsteuern müssen. Der Einsatz chemisch-synthetischer Pestizide muss insgesamt kontinuierlich und deutlich reduziert werden. Auf besonders gefährliche Pestizide sollten wir im Interesse unserer Gesundheit rasch ganz verzichten. Die EU hatte sich im Rahmen des European Green Deal und der Farm to Fork-Strategie das Ziel gesetzt, den Einsatz chemisch-synthetischer Pestizide bis 2030 um 50 Prozent zu senken und geschädigte Ökosysteme wiederherzustellen – doch das EU-Parlament hat eine verbindliche Regelung im Jahr 2023 leider abgelehnt. Hier müssen wir dringend neu ansetzen und Maßnahmen ergreifen.“
Hintergrund: Wissenschaftler der Technischen Universität Kaiserslautern-Landau (RPTU) haben gezeigt, dass sich zahlreiche Pestizide (Pflanzenschutzmittel) im Oberrheingraben auch abseits von Äckern, Obstgärten und Weinbergen in der Natur und etwa auch in Spielplätzen im Boden finden lassen. In 97 Prozent der Proben waren insgesamt 63 unterschiedliche Pestizide nachweisbar. Viele der Proben bis hinauf zur Kleinen Kalmit wiesen eine ganze Vielzahl von Pestiziden auf. Der Spitzenwert lag bei 26 Wirkstoffen, der Durchschnitt bei fünf. Auch Naturschutzgebiete sind betroffen.