Gemeinsame Pressemitteilung Armin Grau und Johannes Wagner zur aktuellen Problematik rund um HNO-Operationen bei Kindern und Jugendlichen

Ambulante HNO-Operationen bei Kindern: Bundesregierung ignoriert dringenden Handlungsbedarf

Johannes Wagner: „Während kranke Kinder monatelang auf eine notwendige und effektive Behandlung warten müssen, fällt der Bundesregierung nichts anderes ein als Zuständigkeitspoker zu spielen. Verzweifelten Eltern hilft der Verweis auf den Sicherstellungsauftrag der Kassenärztlichen Vereinigungen nicht weiter, wenn ihre Kinder mit Sprach- und Hörentwicklungsstörungen zu kämpfen haben. Gleichzeitig kann es nicht der richtige Weg sein, Auseinandersetzungen über Abrechnungsmodalitäten auf dem Rücken der Kleinsten auszutragen. Ich rufe die Selbstverwaltung dazu auf, eine nachhaltige Lösung zu finden. Die Bundesregierung muss die Warnung der Verbände ernst nehmen und als Vermittler auftreten, statt sich aus der Verantwortung zu stehlen.“

Armin Grau: „Die Bundesregierung hat kaum Erkenntnisse zur aktuellen Versorgungslage und zu den steigenden Wartezeiten auf ambulante HNO-Operationen bei Kindern und Jugendlichen. Diese Planlosigkeit ist hochproblematisch. Insbesondere weil die Bundesregierung hier keinen Handlungsbedarf sieht. Dabei ist Handeln dringend nötig, gerade mit Blick auf die kalte Jahreszeit. Wenn ambulante OP-Kapazitäten wegfallen und gleichzeitig die Wartezeiten steigen, muss die Bundesregierung sicherstellen, dass Kinder und Jugendliche weiterhin zeitnah die notwendige Versorgung erhalten.“

Hintergrund

Eine Umfrage des Deutschen Berufsverbandes der Hals-Nasen-Ohrenärzte (https://www.hno-aerzte.de/ueber-uns/presse/details/bvhno-umfrage-jeder-dritte-befragte-hat-hno-kinderoperationen-aufgegeben/)  hat ergeben, dass ambulante HNO-Operationen bei Kindern und Jugendlichen bei vielen niedergelassenen Ärzt*innen reduziert oder gänzlich eingestellt wurden. Als Grund dafür nennt ein Großteil eine nicht ausreichende Vergütung. Zum 1. Januar 2023 wurde im Zuge der Reform des ambulanten Operierens die Vergütung für Adenotomien, Tonsillotomien und die Einlage von Paukenröhrchen bei Kindern abgesenkt.  Anlässlich der oben genannten Umfrage haben die Grünen Bundestagsabgeordneten und Gesundheitspolitiker Johannes Wagner und Armin Grau zwei schriftliche Fragen an die Bundesregierung gerichtet. Die Antworten der Bundesregierung sind dieser Pressemitteilung beigefügt.

Schriftliche Frage 1
Schriftliche Frage 2
Tabelle

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