Die Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit (BA) Andrea Nahles hat heute in ihrem Jahresrückblick 2025 festgestellt, dass sich der Arbeitsmarkt im letzten Jahr schrittweise in eine ungünstige Richtung entwickelt hat. Die Arbeitslosenzahl lag im Jahresdurchschnitt bei 2,948 Millionen und damit um 161.000 höher als 2024. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,3 Prozentpunkte auf 6,3 Prozent.
Dazu äußert sich Armin Grau, Sprecher für Arbeit und Soziales der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, wie folgt:
„Die Entwicklung am Arbeitsmarkt war 2025 ungünstig. Wir alle wünschen uns für 2026 bessere Zahlen und ich hoffe, dass BA-Chefin Andrea Nahles recht hat, wenn sie davon ausgeht, dass die Talsohle durchschritten ist. Die falsche Politik der Bundesregierung gibt aber leider wenig Grund zu Optimismus.
Die Profile der Erwerbslosen passen oftmals nicht zur Nachfrage am Arbeitsmarkt. Deswegen wäre es so wichtig, dass die Bundesregierung bei Qualifizierung und Umschulung Gas gibt. Mit der Wiedereinführung des Vermittlungsvorrangs in der sogenannten Neuen Grundsicherung macht sie jedoch das Gegenteil. Wer schnell in den nächstbesten Hilfsjob vermittelt wird, landet nach kurzer Zeit meist wieder in der Grundsicherung. Qualifizierung dauert zwar länger, zahlt sich aber langfristig aus – für die Menschen und unsere Volkswirtschaft.
Auch wirtschaftspolitisch geht die Bundesregierung falsche Wege zu Lasten des Arbeitsmarktes. Das Sondermögen könnte zum Konjunkturturbo werden, wenn die Gelder, wie versprochen, rein für Investitionen eingesetzt würden. Wir verlieren viele Industriearbeitsplätze und brauchen endlich eine aktive Industriepolitik, die auf Zukunftstechnologien setzt. Auch da ist bei der Regierung Fehlanzeige.“
