Zur Veröffentlichung der Studie „Rechtlich gleichgestellt – praktisch benachteiligt? EU-Zugewanderte in Deutschland“ erklärt Prof. Dr. Armin Grau, Sprecher für Arbeit und Soziales der Bundestagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN:
„Die Ergebnisse der Studie sind besorgniserregend. Denn unser Land ist dringend auf die Zuwanderung von ausländischen Arbeitskräften angewiesen. Das gilt sowohl für unsere Wirtschaft als auch für die Stabilisierung unserer Sozialversicherungssysteme. Denn eine höhere Zahl an Beschäftigten kann auch den Anstieg der Beitragssätze in der Rentenversicherung dämpfen und den gesellschaftlichen Druck vermindern, länger zu arbeiten.
2024 sind zum ersten Mal seit Langem mehr EU-Bürger*innen abgewandert als zu uns gekommen. Jede*r dritte EU-Bürger*in denkt über Abwanderung nach. Ein großer Teil geht innerhalb der ersten vier Jahre wieder. Die wichtigsten Gründe dafür sind hohe Wohn- und Lebenshaltungskosten sowie ein mangelndes Zugehörigkeitsgefühl zur deutschen Gesellschaft. Die Menschen erleben auf Arbeit, bei Behörden, im Bildungsbereich und auf dem Wohnungsmarkt Diskriminierungen.
Es rächt sich nun, dass Migration von konservativen und rechtsextremen Kräften kontinuierlich als das größte Problem unseres Landes dargestellt wird – und nicht als Notwendigkeit, Chance und Bereicherung für unsere Gesellschaft.“
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Link zur Studie: https://www.eu-gleichbehandlungsstelle.de/eugs-de/analysen/rechtlich-gleichgestellt-praktisch-benachteiligt-eu-zugewanderte-in-deutschland-2408878
