Zur Forderung des CDU-Wirtschaftsflügels, den Rechtsanspruch auf Teilzeit abzuschaffen, äußert sich der Sprecher für Arbeit und Soziales der Grünen Bundestagsfraktion, Armin Grau, wie folgt:
„Die Union überdreht beim Thema Arbeitszeit immer mehr. Von „Lifestyle-Freizeit“ zu sprechen ist einfach respektlos gegenüber den vielen Menschen in Deutschland, die hart arbeiten.
Vor allem Frauen arbeiten heute in Teilzeit, die meisten wegen Kinderbetreuung und Pflege von Angehörigen. Viele Frauen wünschen sich, mehr arbeiten zu können, scheitern aber oft an fehlenden Angeboten zur Kinderbetreuung. Hier und bei den Pflegeangeboten muss die Bundesregierung endlich mehr tun. Viele Menschen arbeiten in Teilzeit wegen Krankheit oder hoher psychischer Belastung im Beruf. Mehr Prävention und Gesundheitsförderung sind längst notwendig, aber auch hier kommt die Regierung nicht ins Tun. Jetzt will die Koalition den Acht-Stunden-Tag durch eine Begrenzung der Wochenarbeitszeit ersetzen. Das führt zu noch mehr gesundheitlichen und psychischen Belastungen.
Der CDU-Wirtschaftsflügel fordert, das Recht auf Teilzeitarbeit nur noch auf Begründung zu gewähren. Die Union wird immer stärker zu einer Anti-Freiheits-Partei, die den Menschen in ihre private Selbstbestimmung hineinregiert.“
Hintergrund:
Der Stern berichtet heute von einem Antrag des Wirtschaftsflügels der CDU für den Bundesparteitag im Februar unter dem Titel „Kein Rechtsanspruch auf Lifestyle-Teilzeit“.
