Zur heutigen Orientierungsdebatte zur Organspende erklärt Armin Grau, Mitglied der interfraktionellen Gruppe für die Widerspruchsregelung in der Organspende:
„In Deutschland gilt heute eine Entscheidungslösung, de facto haben wir aber in der Mehrheit der Fälle eine äußerst belastende Angehörigenlösung. Denn ob ein Mensch bei einem Hirntod Organe spendet, wird aktuell in der Mehrheit der Fälle nicht von dem Betroffenen selbst im Vorfeld entschieden, sondern von seinen Angehörigen in einer absoluten Ausnahmesituation.
Die Überforderung führt verständlicherweise in knapp 80 Prozent der Fälle zu einem Nein für die lebensrettende Spende von Organen, wenn die Angehörigen den Willen der verstorbenen Person nicht kennen. Dabei sprechen sich eigentlich über 80 Prozent der Deutschen für die Organspende aus.
Es ist an der Zeit, ausgehend vom deutlichen Mehrheitswillen der Bevölkerung die Zustimmung zur Organspende neu und einfacher zu gestalten, Angehörige zu entlasten und so unnötiges Leiden und Sterben auf den Transplantationslisten zu verhindern. Die Widerspruchsregelung ist der wichtigste Schritt zu mehr Organspenden.“
