Armin Grau, MdB zur Patientenversorgung in Krankenhäusern bei Hitzewellen

Das Deutsche Ärzteblatt berichtet über eine Umfrage unter Notaufnahmen in deutschen Krankenhäusern zur Patientenversorgung und der Belastung während der großen Hitzewelle Ende Juni 2026 (https://www.aerzteblatt.de/archiv/hitzewelle-strukturelle-defizite-in-notaufnahmen-und-kliniken-d570931c-3a74-418a-9960-c6e54a9789ac?utm_medium=email&utm_source=CR&utm_campaign=NL-DAE_Digital-Ausgabe&utm_content=Mailing_20260819). Dazu erklärt Armin Grau, der für die Krankenhauspolitik zuständige Grüne Bundestagabgeordnete und Arzt:

„Die Umfrage zeigt, dass wir uns in den Krankenhäusern noch viel besser auf zukünftige Hitzewellen vorbereiten müssen. In den Notaufnahmen müssen die besten Methoden zur raschen Senkung der Körpertemperatur zur Verfügung stehen, um hitzebedingte Todesfälle und Komplikationen zu vermeiden. Notaufnahmen müssen zum Schutz der Kranken und der Beschäftigten dringend klimatisiert werden. Außerdem brauchen alle Krankenhäuser auch außerhalb der Notaufnahmen ausreichend klimatisierte Räume. Denn niemandem nützt es, aus einer kühlen Notaufnahme auf eine überhitzte Station verlegt zu werden.

Dafür braucht es dringend mehr Investitionsmittel durch die Länder. Im Rahmen einer grundgesetzlich verankerten Gemeinschaftsaufgabe Klimaanpassung, die wir Grüne schon lange fordern, könnte sich auch der Bund besser an diesen Maßnahmen beteiligen.

Bei drohenden Hitzeperioden müssen die Krankenhäuser sich auch personell auf ein vermehrtes Patientenaufkommen einstellen. Dafür braucht es dringend eine bessere Finanzierung der Notaufnahmen. Die Sparpolitik der Bundesregierung im Rahmen des GKV-Beitragsstabilisierungsgesetzes belastet die Kliniken finanziell noch mehr und geht leider in die komplett falsche Richtung.“

Hintergrund:

Hitzebedingte Erkrankungen sind potentiell lebensgefährlich und erfordern eine rasche Senkung der Körperkerntemperatur. Aber nur wenige Prozent der Kliniken hielten die dazu notwendigen Therapiemöglichkeiten in ihren Notaufnahmen vor.

Nur neun Prozent der teilnehmenden 329 Krankenhäuser hatten Hitze als eigenes Szenario in ihrem Krankenhausalarm- und Einsatzplan (KAEP) verankert und lediglich 19 Prozent der Notaufnahmen verfügten über eine vollständige Klimatisierung. Auf den Normalstationen war in 81 Prozent der Häuser keinerlei Klimatisierung verfügbar und nur ein Krankenhaus besaß eine vollständige Klimatisierung.

Am Hitzewochenende Ende Juni verzeichneten 78 Prozent der Notaufnahmen ein zum Teil deutlich erhöhtes Patientenaufkommen und mehr als die Hälfte der Notaufnahmen sah sich mit einer Überlastungssituation konfrontiert oder meldete Versorgungsengpässe. Nur in 42 Prozent der Kliniken verstarben keine Patienten an hitzebedingten oder hitzeassoziierten Erkrankungen.

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