Der direkte Übergang aus Arbeitslosigkeit in die Rente hat stark zugenommen.
Zwischen 2015 und 2025 hat die Zahl der 60- bis 64-Jährigen, die vom Arbeitslosengeld in den Rentenbezug gewechselt sind, um fast 50 Prozent auf 56.000 im Jahr zugenommen. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen hervor. „Deswegen müssen die Jobchancen Älterer dringend verbessert werden, sonst steigt die Zahl der prekären Übergänge in die Rente gerade angesichts der Pläne zum längeren Arbeiten weiter stark an“, erklärt Armin Grau, Sprecher für Arbeit und Soziales und Rentenexperte der Grünen Bundestagsfraktion.
„Die Antworten zeigen, dass die Bundesregierung zu vielen Aspekten in Sachen Frühverrentung erstaunlich kenntnislos ist. Insbesondere ist es frappierend, dass die Bundesregierung keine Daten liefern kann zu Frühverrentungen, die von Unternehmen genutzt werden, um das Beschäftigungsverhältnis älterer Arbeitnehmer*innen vorzeitig vor der Regelaltersgrenze zu beenden, wie Abfindungsprogramme oder die Nutzung von Kurzarbeitergeld vor Arbeitslosengeld und dann Rente.
Dabei hatten etwa der Kanzler und Katherina Reiche beklagt, dass die Menschen in unserem Land zu wenig arbeiten und zu früh in Rente gehen, und einen Stopp von Frühverrentungsprogrammen gefordert. Die Antworten zeigen, dass die Bundesregierung die von Unternehmen angewandten Frühverrentungsmaßnahmen nahezu vollständig ignoriert.
In ihrer Antwort muss die Bundesregierung eingangs zurecht feststellen, dass Menschen in Deutschland heute bereits länger arbeiten. Das durchschnittliche Alter bei Eintritt in eine Altersrente in den letzten Jahren gestiegen ist, und zwar stärker als die Regelaltersgrenze. Das heißt, die Menschen arbeiten länger und nicht kürzer und das längere Arbeiten geht auch nur zum Teil auf die gestiegene gesetzliche Regelaltersgrenze zurück. Das tatsächliche Renteneintrittsalter lag 2001 bei 62,4 Jahren, 2025 aber bei 64,7 Jahren. Der Unterschied zum gesetzlichen Renteneintrittsalter ist von 2,6 auf 1,5 Jahre zurückgegangen.
Entscheidend für die Finanzierung der Rente ist nicht das gesetzliche, sondern das tatsächliche Renteneintrittsalter. Dieses gilt es zu steigern. Dazu braucht es detaillierte Vorschläge zu Prävention und betrieblicher Gesundheitsförderung; dazu haben wir Grüne im Gegensatz zur Bundesregierung, aber auch der Alterssicherungskommission (ASK) detaillierte Vorschläge gemacht“, so Grau.
Den Link zu den im letzten Absatz genannten Vorschlägen finden Sie unter: https://dserver.bundestag.de/btd/21/038/2103844.pdf.
