Zu den neuesten Daten zum Wanderungs-Saldo in Deutschland und zur Rentenpolitik erklärt der Sprecher für Arbeit und Soziales und Rentenexperte der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen Armin Grau:
„Im Jahr 2025 hat Deutschland nur 235.000 Personen durch Zuwanderung gewonnen, das ist mit Ausnahme der Hochphase der Corona-Pandemie der niedrigste Wert seit 2010. Die Ursachen sind vielfältig: eine starke Rückwanderungsbewegung von Angehörigen aus EU-Staaten, eine geringere Zuwanderung aus verschiedenen Regionen, auch von Ukraine-Geflüchteten, rückläufige Asylanträge und eine vermehrte Abwanderung von Inländern. Diese Entwicklung verschärft den Arbeits- und Fachkräftemangel in vielen Branchen und sie ist rentenpolitisch sehr ungünstig.
Denn erst kürzlich hat eine Studie der Hans-Böckler-Stiftung klar gezeigt, dass ausreichend hohe Zuwanderung eine der wirkungsvollsten Maßnahme zur Stabilisierung der gesetzlichen Rente ist.
Darüber redet die Bundesregierung leider nicht. Stattdessen verschärft sich die Debatte um die Rentenreform und vor allem um die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren (früher „Rente mit 63“) innerhalb der Koalition täglich und der Bundeskanzler schweigt zu dem vielstimmigen Disput.“
Quellen:
https://www.imk-boeckler.de/de/faust-detail.htm?produkt=HBS-009373
